Die Geschichte des SchlagersPageRank: http://www.schlagerplanet.com

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Zeitliche Informationen: 21.10.2013 10:01 Alter: 4 Jahr(e)
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Schlager ist Kult, denn er ist vielfältiger denn je. Die Künstlerpalette reicht von Beatrice Egli über DJ Ötzi bis hin zu Mireille Mathieu und spricht damit sämtliche Generationen an. Berichtet wird über diese SängerInnen inzwischen regelmäßig und jeder Fan kann auf SchlagerPlanet.com die neusten News über seinen persönlichen Star erfahren. Mehr dazu erfahren Sie hier. www.schlagerplanet.com

Doch woher kommt dieser Hype und woher kommt der Schlager eigentlich? Stilistisch offen, schwer eingrenzbar und dennoch durchschlagend erfolgreich
Musikwissenschaftlich betrachtet handelt es sich bei einem Schlager gewissermaßen um ein ästhetisches
Hybrid oder Konstrukt aus besonders erfolgreichen Operettennummern und volkstümlichen Singspielen. Obwohl bereits im Mittelalter geläufig, sollte es bis zur Erfindung und Ausbreitung des Notendrucks im 16. Jahrhundert dauern, bis zunächst vorrangig italienische Melodien mit neuen Texten als populäre und meist sehr einprägsame Lieder massenhaft und europaweit bekannt wurden. Das erste Mal nachweislich verwendet wurde die Bezeichnung anlässlich der Uraufführung des Walzers „An der schönen blauen Donau“ in Wien im Februar 1867. Das Wort „Schlager“ bezieht sich dabei auf den englischen „Hit“ (Schlag, Treffer) für den durchschlagenden Erfolg eines Musikstücks oder einer sehr gut verkäuflichen Ware. Die Historie der oftmals auch als zeitlose „Evergreens“, „Gassenhauer“ und „Ohrwürmer“ bezeichneten Lieder und Melodien war und ist dabei trotz unverkennbarer Moden und Perioden immer fest an den jeweils momentan herrschenden musikalischen Massengeschmack gekoppelt, wichtig waren und sind immer leicht zu merkende und einfach zu singende Texte, sofortige Tanzbarkeit und melodische Eingängigkeit.

Tingeltangel, Singspielhalle und Wienerlieder, Grammofon, Caféhaus und Filmmusik

Ohne die zahlreichen technologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Jahrhundertwende 1900 wäre der Schlager weder in seiner historischen noch aktuellen Erscheinungsweise vorstellbar. Während mit Schlagern gleichsetzbare Weisen wie bestimmte populäre Couplets und Wienerlieder schon ab ca. 1850 in den damals neuen Singspielhallen im Rahmen volkstümlicher Operetten, Volksstücke, Possen und Burlesken sowie umrandet von Kabarett und Kleinkunst einem begeisterten Publikum zum Besten gegeben wurden, sorgte vor allem das im Jahr 1887 von Emil Berliner erfundene Grammofon für die massive Verbreitung der hauptsächlich anhand von einfachen Rhythmen und Melodienfolgen komponierten Lieder. Ebenso für die steigende Bekanntheit mitverantwortlich waren die seinerzeit noch allgegenwärtigen Schau- und Wanderbühnen, auch die mit den US-amerikanischen Sideshow und Burlesque-Bühnen vergleichbaren und „Tingel-Tangel“ genannten billigen Tanzlokale in den größeren deutschen Städten hatten großen Einfluss auf die Entwicklung der Schlager. Das Gleiche galt für die ab den
1880er Jahren in ganz Europa aufblühende bürgerliche Caféhauskultur, die häufig von populären Liedern begleiteten Stummfilmvorführungen ab 1895 sowie für die Ausbreitung des Hörfunks ab den 1920er Jahren.

Schlager, Sänger und Sternchen: Berliner Luft, kleiner Kaktus und Likörchen

Als einer der europäischen Urväter des Schlagers gilt aus heutiger Sicht der deutsch-österreichische Kapellmeister, Komponist und „Walzerkönig Johann Baptist Strauss (1825 bis 1899), dessen knapp 500 Werke prall gefüllt mit damaligen Operettenmelodien sind. Im preußischen Berlin wurden der Komponist, Musikverleger und Theaterkapellmeister Paul Lincke (1866 bis 1946) mit dem Schlager „Das macht die Berliner Luft, Luft, Luft“ aus der Operette „Frau Luna“ im Jahr 1899 und der Operettenkomponist Eduard Künneke (1885 bis 1953) mit seinen Singspielen „Das Dorf ohne Glocke“ (1919) und „Der Vetter aus Dingsda“ (1921) als Schlagerkomponisten bekannt. Im französischsprachigen Raum gebührt vor allem dem deutsch-französischen Komponisten und Cellisten Jacques Offenbach (1819 bis 1880) die Rolle des Schlagerpioniers, er verwendete zum Beispiel die bekannten und beliebten Melodien und Rhythmen des „Cancan“ in seinen Operetten. In den sog. „Goldenen Zwanziger“ Jahren und auch noch in den frühen 1930ern wurden dann Schlager mit teils absurden, teils auch leicht frivolen Texten sehr populär, bekannte Sänger, Gruppen und Interpreten waren
etwa die Comedian Harmonists („Mein kleiner grüner Kaktus“), Marlene Dietrich („Ich bin von Kopf bis Fuß auf
Liebe eingestellt“), Erwin Hartung („Eine Seefahrt, die ist lustig“), Otto Reutter („Mir hab’n se als jeheilt entlassen“), Paul Preil („Komm mein Schatz, wir trinken ein Likörchen“) und Lilian Harvey („Das gibt's nur einmal“).
Von „Lili Marleen“ zu „Sugar Sugar Baby“: Ein Genre im Wandel der Zeit

Der Schlager war zwar auch während der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland nicht totzukriegen, er wurde jedoch strikt textlich und musikalisch zensiert und instrumentalisiert, besonders deutlich wurde dies an den „Durchhalteschlagern“ der letzten Kriegsjahre wie „Davon geht die Welt nicht unter“ gesungen von Zarah Leander, „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ dargeboten von Heinz Rühmann sowie „Lili Marleen“, gesungen von Lale Andersen. Zu den bis heute bekanntesten und teils in den KZs ermordeten Komponisten und Sängern gehören Fritz Löhner-Beda bis mit „Ausgerechnet Bananen“, Fritz Grünbaum mit
„Ich habe das Fräulein Helen baden sehn“, Alfred Grünwald und Fritz Rotter mit „Maier am Himalaya“, Walter Jurmann mit „Veronika, der Lenz ist da“) sowie Robert Gilbert mit „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh'n“. In der Wirtschaftswunderzeit der 1950er und 1960er Jahre profitierten dann vor allem humoristische und leichte Schlager von der Sehnsucht nach Ruhe, Wohlstand und unbeschwertem Vergnügen, zu den bis heute bekannten Interpreten gehören Rudi Schuricke („Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“), Caterina Valente („Casino de Paris“), Cornelia Froboess („Zwei kleine Italiener“), Peter Kraus („Sugar Sugar Baby“), Billy Mo („Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut“), Nana Mouskouri, („Weiße Rosen aus Athen“) und Connie Francis („Die Liebe ist ein seltsames Spiel“).

Schlager sind flexibel, zeitlos, werden immer wieder neu entdeckt und vertragen auch Satire

In den 1970er und 1980er Jahren machten dann Udo Jürgens („Aber bitte mit Sahne“), Cindy & Bert („Immer wieder sonntags“) und Michael Holm („Tränen lügen nicht“) vor allem in der „ZDF-Hitparade“ auf sich aufmerksam, parallel dazu erstarkte die „Neue Deutsche Welle“ (NDW), in der sich einige Sänger und Sängerinnen wie etwa Hubert Kah („Sternenhimmel“) oder Fräulein Menke („Hohe Berge“) durchaus auch satirisch mit den herkömmlichen Schlagern auseinandersetzten. Die 1990er Jahre sahen dann eine ebenfalls leicht ironische Wiedergeburt des Schlagers, Guildo Horn („Ich find Schlager toll“) und Dieter Thomas Kuhn („Willst Du mit mir gehn“) stehen exemplarisch für diese jüngere Entwicklung, sehr erfolgreich ist in den letzten Jahren auch der österreichische Sänger Andreas Gabalier („I sing a Liad für di“), der ganz in der alten Tradition erfolgreicher Schlagerkomposition alte Volksweisen mit neueren Melodien und Rhythmen mischt.

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